Schöner Parken

Der Raum ist der dritte Pädagoge. Die Bedeutung von Lernräumen für eine zeitgemäße Hochschullehre

Bildung gilt heute gemeinhin als der wichtigste Schlüssel zur Teilhabe an Gesellschaft und Ökonomie des 21. Jahrhunderts. Durch die gesellschaftliche Bildungsdebatte und Anforderungen an die nächsten Generationen wurden in den letzten Jahrzehnten, verstärkt durch PISA-Studien und die Bologna-Reform in Europa, pädagogische Methoden und Ziele an Bildungseinrichtungen intensiv diskutiert und formuliert. Vor allem durch den Paradigmenwechsel »from teaching to learning« (Wildt 2003) ist ein Umdenken hinsichtlich des Lehrens und Lernens erforderlich. Selbstgesteuertes, aktives Lernen und die Förderung der persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen zeigen, dass die Lernenden den Fokus bilden und dementsprechend die Weiterentwicklung von Lehrkonzepten sowie Didaktik reflektiert werden sollte. Die in die Erforschung von Lernprozessen involvierten Disziplinen sind nachvollziehbarerweise v.a. die Pädagogische Psychologie, die Pädagogik und die Didaktik sowie jüngst ebenso die Neurodidaktik. Zu einer ganzheitlichen Betrachtung zeitgemäßer Lernprozesse gehören jedoch auch unmittelbar die Lernräume, in denen das Lernen stattfindet und somit auch die Disziplinen der Architekturtheorie bzw. Architektur: Denn Lehren und Lernen sind wie unser gesamtes menschliches Dasein unmittelbar an den Raum gebunden (vgl. Bollnow 2004), beeinflussen diesen und werden wiederum von ihm beeinflusst (vgl. Barker 1975).

Autor Marc Kirschbaum, Kaja Ninnemann
titel Der raum ist der dritte Pädagoge. Die Bedeutung von Lernräumen für eine zeitgemäße Hochschullehre
Zeitschrift Forschung & Lehre 9/2015
Jahr 2015
Seiten 738-739
Sprache Deutsch
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