Tourismusarchitektur

Tourismusarchitektur, Design und Lebensstil

Im Leben der Gesellschaft westlicher Industrieländer ist Urlaub bereits seit den 1960er Jahren eine feste Größe, denn neben der breiten Wohlstandssteigerung waren Verstädterung, Motorisierung und Freizeitzunahme die wesentlichen Folgen der industriellen Massenproduktion. Der gesetzliche Urlaubsanspruch stieg beständig an und wurde zu einer wichtigen gesellschaftspolitischen Errungenschaft. Urlaub besagt „für viele Berufstätige die Bedeutung des „eigentlichen“ Lebens, auf das es sich ein Jahr lang hinzuarbeiten lohnt“ (Opaschowski 1989, 85). Das Gegenbild der Arbeit bildete der Urlaub, der in den Anfängen des Massentourismus schon durch das bloße und für die meisten erstmalige Entdecken von etwas Neuem, hohen Attraktionswert genoss. Hierbei stand das Reiseziel im Vordergrund, das Meer, die Berge, die Natur, die Kultur – all dies war aufregend und neu genug, so dass die Architektur des Massentourismus zunächst sekundär blieb. Die angebotenen Unterkünfte für die wachsenden Reisewellen unterschieden sich architektonisch dabei häufig kaum von der heimatlichen Großwohnsiedlung, die dem gesellschaftlich mehr oder weniger akzeptierten Leitbild der Stadtentwicklung Deutschlands der 60er Jahre entsprach (Schäfers 2006). Mit den Anfängen der Tourismus-Architektur wurden zunächst die Grundbedürfnisse an eine Unterkunft befriedigt: denn es war die neue Umgebung, die alles weitere in den Schatten stellte.

Autor Marc Kirschbaum, Kai Schuster
titel Tourismusarchitektur, Design und Lebensstil
Herausgeber Felicitas Romeiß-Stracke
Publikation TourismusArchitektur. Baukultur als Erfolgsfaktor
Verlag Erich Schmidt Verlag, Berlin
Jahr 2008
Seiten 37-48
Sprache Deutsch